Arlette Gruoner digital dialogues

Deutschland – was machst du mit deinen Schülern?!

A: Der Vorwurf wird lauter: Deutschland und die meisten europäischen Länder versagen beim digitalen Unterricht. Vielleicht auch, weil der analoge Unterricht krankt.

D: Ja, das eine bedingt wohl das andere. Amazon hat erfolgreiche Buchläden eröffnet, als die ganze Welt gejammert hat, dass das Internet Lesen überflüssig macht. Beides wird gebraucht.

A: Was ist guter digitaler Unterricht?

D: Hier gelten die Regeln der digitalen Transformation: Kreativität und Schnelligkeit bei der Problemlösung. Das Problem lautet: Kinder virtuell unterrichten, so dass sie am Ende des Jahres dasselbe Wissen erlangt haben. Vielleicht sogar Extra-Skills, schließlich werden digitale Fähigkeiten in fast allen Berufen gebraucht.

A: Okay, aber wie geht gelungener digitaler Unterricht?

D:  Erstens: Die Bedürfnisse der Schüler verstehen. Die ein Grundrecht auf Bildung haben und dies nun von zu Hause erwerben müssen. Ziel ist also: Die Schüler innerhalb desselben Zeitraums zum analogen Unterricht betreuen und dabei genauso Wissen vermitteln nach Lehrplan. Länder wie Estland und Schweden schaffen das ja auch.

A: Wie kann Unterricht digital gelöst werden?

D:1: Betreuung. In der Unterrichtszeit müssen Lehrkräfte permanent online sein. Wir arbeiten doch in unseren Homeoffices auch im ständigen Austausch mit anderen. 2. Wissensvermittlung: Wissen vermitteln online, in Tests abfragen, Noten geben. Die digital immigrants schaffen sehr gute Ergebnisse im Homeoffice, das kann man den digital natives absolut zutrauen. Noten geben ja auch Feedback, ob Wissen beim Schüler ankam. 3. Wissens-Defizite: Wenn man merkt, es gibt Wissenslücken, sofort reagieren. Zum Beispiel Einzelunterricht in den Ferien anbieten. 4: Bewegung: Zwischendurch kurze Pausen mit kurzen Sportmodulen einplanen. Und natürlich gibt es Sportunterricht, virtuell. 

A: Soweit ich weiß, wurde das alles nicht gemacht, auch nicht gefordert. Mir tun die jungen Menschen leid, die sich so solidarisiert haben zum Schutz der älteren Generation und dabei nicht mal ihr Recht auf Bildung geschützt sehen.

D: Es wäre so viel mehr drin gewesen. Milliarden Subventionen für Digitalprojekte liegen ungenutzt rum. 

A: Wieso werden hier nicht Experten ins Team geholt?

D: Es gab keine politische Forderung nach einer zentralen schnellen Lösung. Die Politiker richten ihre Coronapolitik ja auch nach den Einschätzungen der Virologen aus. Wo war das Expertenteam mit Vorschlägen für eine digitale Schul-Plattform? So wurde das Recht auf Bildung verletzt. 

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